Texte

Statement – Jan Douma

Bildhauerei und Malerei sind meine Arbeitsschwerpunkte, ergänzt mit Zeichnung. 

Für die skulpturalen Arbeiten verwende ich hauptsächlich traditionelle Bilderhauermaterialien wie Stein und Holz, sowie Beton. Formen stehen oder liegen einzeln im Raum. Manche sind paarweise oder aus mehreren Elementen zusammengestellt. Das Material ist unterschiedlich bearbeitet, von fast roh belassen mit nur minimalen Eingriffen versehen bis durchgeformt und fein geschliffen.Es sind in der Regel gegenstandslose, non-figurative Formen im Raum, nur bei einigen wenigen Arbeiten ist ein Anklang an der menschlichen Form erkennbar.  Wichtig sind die Zwischenbereiche, Übergänge und Bezüge. Ich versuche zu reduzieren um dann fein abgestuft Farben oder Formen gegegeneinander abzuwiegen. Weniger die Form als solches zählt, als eher die Poesie des Ausdrucks.

Das malerische Werk in Acryl und Öl lässt sich hauptsächlich in zwei verschiedene Werkbereiche aufteilen. Zum einen sind da die Strukturbilder, vorwiegend horizontal angelegt und schichtweise aufgebaut bis eine gewisse Dichte und Spannung erreicht ist. Einen weiteren Werkbereich gestaltet sich vielfältiger, Farbflächen werden zueinander gesetzt, die Bilder werden frei entwickelt, mal streng komponiert, mal gestisch und farbenfroh.

Im gesamten Arbeitsprozess versuche ich eine Offenheit zu bewahren und auch Unfertiges, Zufälliges und Fehlerhaftes zu integrieren.

 

…lassen – Dr. Wolfgang Jantz. Einführung zur Ausstellung ‚…lassen‘ von Jan Douma und Nora Jacobi im Depot K am 9.Jauar 2015

(…) Schließlich entdecken wir auch die Dreier-Kombination, allerdings nicht als Anordnung separater Werkteile, sondern als Dreifach-Gliederung von Einzel-Objekten. Sie bestimmt die streng geformten, kubistisch anmutenden Bodenarbeiten ‚Opponent‘ und ‚Connect‘ und dabei besonders überzeugend die brandgeschwärzte Stele ‚Balance‘. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich in dieser Arbeit die Statik der scheinbar sicher aufsteigende Stapelung und die Dynamik des möglichen Abgleitens der bereits leicht gegeneinander verschobenen Bausteine die Waage halten. Sehr suggestiv ist der Titel dieser Arbeit. Das Motiv der beherrschten, in der Statik des bildhauerischen Produkts eingefangenen Dynamik finden wir mehrfach, auch in den Titeln: ‚Stretched‘ benennt das Aufstreben der geschwungen zusammengeführten Flächen, ‚Opponent‘ und ‚Connect‘ das kooperative Miteinander bzw. antagonistische Gegeneinander der Teilformen.

Große Aufmerksamkeit widmet der Künstler den Oberflächen. Wir entdecken sowohl natürlich Belassenes als auch künstlerische Bearbeitung wie z.B. polierter Flächen (‚Off Balance‘), die aber die Anmutung natürlicher Flächen auch partiell regenerieren kann, wie bei dem Marmor-Solitär ‚Stretched‘, dessen geglättete Oberfläche durch Körnung nachträglich wieder aufgeraut wurde. Der visuelle Eindruck der Oberflächen ergibt sich, ohne zusätzliche Einfärbung, aus dem Material selbst und dessen jeweiliger Bearbeitung. Das trifft, trotz des sehr drastisch modifizierenden Eingriffs, auch für das durch Flämmung intensiv geschwärzte Holz zu. Gelegentlich wird der allein materialbestimmte Eindruck durch Wachsauftrag intensiviert. (…)

 

Das Zusammenspiel der Dinge – Christian Bleibaum, Rheinzeitung 31.07.2014. (Zur Ausstellung ‚in between‘ in der Galerie Krüger in Koblenz, 25.07. – 30.08.14)

(… ) Namensgeber der Ausstellung ist die Skulptur ‚in between‘, die aus zwei Hälften eines Kirschbaumstamms besteht, der von Douma mit Kettensäge und Meißel bearbeitet wurde. Der Stamm wurde mit der Säge geteilt, die zwei Hälften aufgerichtet und durch ein Querelement zu einer Einheit verbunden. Die Holzstruktur der einander zugewandten Seiten der beiden Hälften wurde nahezu natürlich belassen. Verbunden durch den Balken und doch getrennt durch die entstandene Lücke, kommunizieren die beiden Hälften weiterhin miteinander. Je nachdem, aus welcher Richtung der Besucher die Stämme betrachtet, erhält er einen anderen Eindruck der Skulptur. die intensive und natürliche Farbigkeit des Kirschholzes in der Verbindung mit den unterschiedlichen Bearbeitungsspuren des Künstlers prägen dabei den lebendigen Charakter der Skulptur.

Im Gegensatz dazu besteht die Skulptur ‚uplifted‘ aus zwei steinernen Elemententen, die jedoch sehr unterschiedlicher Natur sind. Das eine Element ist ein helles längliches und leicht geschwungenes Element aus Kalkstein, das mit dem einen Ende auf dem Boden und mit dem anderen auf einen schwarzen Block aus Diabas ruht. Beide Stücke weisen Arbeitsspuren auf und sind nur zum teil geschliffen. Dabei wirken sie jedoch äußerst verschieden und entwickeln trotz ihrer steinernen Substanz in ihrem Zusammenspiel ihre ganz eigene subtile Dynamik. Sie offenbaren dem Betrachter ein Spiel aus Stabilität und Labilität. Das eine kann nicht ohne das andere sein. Diese Kommunikation zwischen den Elementen setzt sich in den anderen gezeigten Werken Douma fort.

 

Elisabethenanlage – Friederike Meinhardt, Robert Zeller, 2010 (Basel. Ein Begleiter zu neuer Landschaftsarchitektur. Edition Garten + Landschaft, 2010, Callwey Verlag).

Die Elisabethenanlage entstand an der Stelle des abgebrochenen Stadtwalls. Behutsam wurden das Wegesystem und der Baumbestand ergänzt.
(…)Die eigens für den Park entworfenen Bänke, die in einzelner Sitzbereiche unterteilt sind, werden zu einem prägenden Element des Parks. Durch ihre besondere Bauweise und das flexible System passen sie sich an die Steigung und der Verlauf der Wege an. Ein Brunnen des Bildhauers Douma im westlichen Parkteil nimmt mit seiner Bodenfläche Bezug zum alten Baumbestand.
(…)Details wie die geschwungene Bank, entwickelt von Vogt Landschaftsarchitekten, oder der flache Brunnen des Künstlers Jan Douma machen die sorgfältig umgestaltete Elizabethenanlage zu etwas Besonderem.